17.12.2018

Die Zukunftsentwicklung der Wirtschaft Wilhelmshavens wird in Frage gestellt

Biosphärenreservat soll auf Wilhelmshaven ausgedehnt werden


Karte Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen

In einer Beschlussvorlage an den Rat der Stadt Wilhelmshaven vom 4.12.2018 soll die Teilnahme der Stadt Wilhelmshaven am Prozess zur Erarbeitung eines Biosphärenreservates “Niedersächsisches Wattenmeer“ in den Ausschüssen und im Rat behandelt werden.

Der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Brandschutz hat bereits am 12.12.2018 trotz erheblicher Proteste und Bedenken von Landwirten der Region quasi im Eilverfahren beschlossen, Kooperationsgespräche für eine Aufnahme Wilhelmshavens in das Biosphärenreservat aufzunehmen.

Am 14.12. war das Thema im Ortsrat Sengwarden, der, wie wir aus der Presse entnommen haben, dieses Vorhaben abgelehnt hat.

Am 17.12. wird das Thema im Verwaltungsausschuss sowie am 19.12. im Rat der Stadt zur Abstimmung behandelt.

Der geschäftsführende Vorstand der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V. (WHVe.V) mit John.H.Niemann, Hans.Joachim Uhlendorf und Heiner Holzhausen, bezieht wie folgt zu dem Thema Stellung:

Den handelnden Akteuren in den Ausschüssen und dem Rat liegt zur Entscheidungsfindung eine achtzeilige Begründung für diese richtungsweisende Entscheidung für die zukünftige Entwicklung des Stadtgebietes und speziell der maritimen Wirtschaft vor. Wilhelmshaven ist bekanntermaßen der einzige deutsche Tiefwasserhafen und vom Umschlag der drittgrößte Hafen der Bundesrepublik und darüber hinaus als Energiedrehscheibe mit enormem Entwicklungspotential bekannt.

Mit großem Engagement sind unter der Federführung der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V. gemeinsam mit der Oldenburgischen IHK und MARIKO, Leer, und in enger Kooperation mit dem Strategierat Maritime Wirtschaft Weser-Ems Planungen für ein Flüssigerdgas Terminal (LNG - Importterminal)  entwickelt worden. Zudem gibt es seitens des Landes Niedersachsen Überlegungen, die zweite Baustufe des JadeweserPorts zu realisieren. Desweiteren entwickelt sich das Güterverkehrszentrum (GVZ) zu einem den Arbeitsmarkt belebenden Faktor in der Region. Das bedeutet aktuell: 1000 neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung für Wilhelmshavener Unternehmen.

Die Karte des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer zeigt, wie eng es schon heute wird, Entwicklungen in dieser durch die Maritime Wirtschaft geprägten Region voranzubringen. Der Nationalpark ist gleichzeitig seit 1993 auch UNESCO-Biosphärenreservat  und seit 2009 ebenfalls Weltnaturerbe. Also drei die Umwelt schützende Regime auf ein und demselben Gebiet. Nun sollen nach Entscheidung des „Ausschuss für Umwelt, Landschaft und Brandschutz“  Kooperationsgespräche geführt werden, um möglicherweise eine Teilnahme Wilhelmshavens an der „Entwicklungszone“ des Biosphärenreservates zu beschließen.

Die „Kernzonen“ und „Pflegezonen“ befinden sich bereits im Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer auf den Gebieten des Nationalparks und des Weltnaturerbes. Um die Abstufungen zu verdeutlichen:

  • Die „Kernzone“ fasst die natürlichen und naturnahen Ökosysteme des Gebiets zusammen und muss die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllen.
  • Ziel der „Pflegezone“ ist vor allem der Erhalt historisch gewachsener Kulturlandschaften, in der halb natürliche Ökosysteme dominieren.
  • mit der geplanten Erweiterung der „Entwicklungszone“ versucht die Nationalparkverwaltung mit Sitz in Wilhelmshaven, die Gemeinden hinter dem Deich, so auch die Stadt Wilhelmshaven, mit dem Nationalpark, dem Weltnaturerbe und den „Kernzonen“ und „Pflegezonen“ des Biosphärenreservats zu verbinden.

„Da bleibt nicht mehr viel Platz zum Atmen für Handel und Wandel sowie die Entwicklung der Maritimen Wirtschaft und Industrie auf den dafür vorgesehenen Flächen in Angrenzung an die Umweltregime. Ein zu hohes Gebäude oder ein zu hoher Kran oder Versorgungstrassen können da sehr schnell dazu führen, dass Investitionen verzögert, verteuert oder gar verhindert werden und die Leichtigkeit des Schiffsverkehrs, d.h. die Anlandung und der Abtransport von Gütern erschwert werden.
Es findet sich, wie mittlerweile bei allen Investitionen in Deutschland, sehr schnell die Rechtsabteilung einer Umweltschutzorganisation, die in einem über Jahre dauernden Prozess im Rahmen der Verbandsklage klagt, um zu verzögern und möglicherweise letztendlich zu verhindern. Dem darf der Rat der Stadt Wilhelmshaven nicht Vorschub leisten, in dem er über den Beginn von Kooperationsgesprächen den Einstieg in die „Entwicklungszone“ ermöglicht“, so der geschäftsführende Vorstand der WHV e.V., “ Wir gehen davon aus, dass die vom Rat vielgewünschte wirtschaftsfördernde Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung dazu führt, dass die sich abzeichnende positive Entwicklung der Stadt Wilhelmshaven nicht unter weiteren, den Sachverhalt komplizierenden, Umweltschutzregeln leidet. Wir bitten hiermit den Rat dringend, gar nicht erst in Kooperationsgespräche einzutreten und damit zu zeigen, wie ernst die wirtschaftliche Zusammenarbeit für das Wohl Wilhelmshavens gemeint ist.“

Wehret den Anfängen!


Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V.

Luisenstraße 5
26382 Wilhelmshaven

Postfach: 2635
Postleitzahl: 26366

Tel.: (04421) 44700
Fax: (04421) 42462

Mail: info@whv-wilhelmshaven.de

www.hafenwirtschaft-whv.de
www.wilhelmshaven-windenergie.de