13.04.2017

Mittelweser-Endausbau gefordert

Hans-Werner Kammer erneut bei der WHV e.V.


von links John H. Niemann und Heiner Holzhausen (WHV e.V.) MdB Hans-Werner Kammer, Ralf-Rüdiger Heinrich (Wirtschaftsverband Weser e.V.) und Hans-Joachim Uhlendorf (WHV e.V.)

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer hat mit den Herren John H. Niemann, Hans-Joachim Uhlendorf und Heiner Holzhausen, WHV e.V.-Vorstandsmitgliedern aktuelle Themen der maritimen Wirtschaft und des Wilhelmshavener Hafens besprochen.
Wegen des Themas Mittelweser Endausbaus war auch Ralf-Rüdiger Heinrich, Geschäftsführer Wirtschaftsverband Weser e.V. anwesend.
 „Das Thema Mittelweser-Endausbau ist deshalb für Wilhelmshaven von höchstem Interesse, weil das auf lange Sicht die einzige Chance für den einzigen deutschen Tiefwasserhafen ist in der Zukunft mit Hilfe von seegängigen Binnenschiffen einen Binnenwasserstraßenanschluss zu erhalten und damit die Trimodalität zu gewährleisten.“ Erklärt John H. Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts- Vereinigung e.V.
In einer langangelegten Studie des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums unter Mitfinanzierung des Bundes und fachmännischer Begleitung des Institutes  für Schifffahrtstechnik, Meerestechnik und Transportsysteme, Duisburg (ISMT), ist die Machbarkeit einer Verbindung vom Wilhelmshavener Hafen in die Weser hinein mit Anschluss zum Mittellandkanal bewiesen worden. Auch die TU Berlin beschäftigt sich mit logistischen und technischen Untersuchungen mit der Fortsetzung dieses Projektes.
Voraussetzung für die Umsetzung und für die generelle Erhöhung des Transportvolumens auf der Weser ist jedoch der Abschluss des begonnenen Ausbaus der Mittelweser für Großmotor-Güterschiffe (GMS).
„Fast 30 Jahre nach Abschluss des ersten Verwaltungsabkommens zwischen dem Bund und dem Land Bremen sind die vereinbaren Baumaßnahmen in den Flussabschnitten und Schleusenkanälen der Mittelweser immer noch nicht abgeschlossen. Bisher wurden über 250 Millionen € investiert, jedoch ohne verkehrlichen Nutzen. Für die Beseitigung der Restarbeiten, das sind konkret
9 planfestgestellte Ufer-Rückverlegungen zwecks Beseitigung des Einbahnverkehres sind nur noch rund 30 Millionen € zu investieren“, erläutert Ralf-Rüdiger Heinrich.
„Die ausgebaute Weser brauchen wir, weil wir vermehrt Ladung von der Straße auf das Schiff bringen wollen. Das ist jedoch nur möglich, wenn die über 33 km Begegnungsverbotsstrecken (= 1/3 der Gesamtschifffahrtsstrecke) beseitigt werden. Es wird sonst zu umgekehrten  Verkehrsverlagerungen kommen, nämlich vom Schiff zurück auf die Straße. Die Unternehmen der Sand- und Kieswirtschaft haben z.B. angekündigt, einen Teil des Transportvolumens auf die Straße zu verlagern; 10% dieser Menge eines Jahres machen allein ca. 20.000 zusätzliche LKW aus“, so Hans-Joachim Uhlendorf, Vizepräsident der Wilhelmshavener  Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V.
„Des Weiteren spielt die sich aus der fehlenden Fertigstellung der Mittelweser ergebenden Wettbewerbsverzerrungen den Westhäfen in Holland und Belgien in die Hände, denn vorhandene Wirtschaftsbeziehungen verschlechtern sich und einmal abgewanderte Ladungsmengen sind nicht wieder zurückzugewinnen“, so Heiner Holzhausen, Vorstandsmitglied der Wilhelmshavener  Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V.
Hans-Werner Kammer wird sich beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) dafür einzusetzen, diese Maßnahme erneut einer intensiven Prüfung zu unterziehen: „wenn das Vorhaben Sinn macht, sollten wir es realisieren.“
Ein weiterer, leider schon als Dauerthema zu bezeichnender Gesprächspunkt war erneut die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV).
Eine Arbeitsgruppe unter dem designierten Leiter der drei zukünftig gleichwertigen Ämter Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven ist dabei, entsprechend ihrem Auftrag aus der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS) in Bonn sich Gedanken über die neue Organisation zu machen.
„Es wird keine Verlegung der in Wilhelmshaven ansässigen Revierzentrale nach Cuxhaven geben; geplant ist jedoch, dass die 4 in Wilhelmshaven beheimateten Schiffe künftig zusammen mit allen weiteren WSV-Schiffen gemeinsam zentral aus einer Hand bereedert werden. Das bedeutet nicht, dass es zu einem Standortwechsel der Schiffe und der Besatzungen kommt“, so Hans-Werner Kammer. Alle Gesprächsteilnehmer sprechen sich eindringlich, bei einer gemeinsamen Bereederung, gegen eine Standortverlagerung der Schiffe und der Besatzungen aus; des Weiteren ist die Schaffung einer separaten WSV-Reederei als neue Mittelbehörde unbedingt zu vermeiden. Darüber hinaus ist die ursprünglich vereinbarte Stärkung der regionalen Kompetenz in den WSÄ unbedingt umzusetzen; dazu gehören juristische und bauliche Fachkompetenzen vor Ort um eine hohe Flexibilität zu gewährleisten.


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