24.11.2017

Wilhelmshaven ist Energiedrehscheibe

Politische Programme gefährden Kohle- und Ölumschlag


von links: Heiner Holzhausen (Vorstand, WHV e.V.), Prof. Alwin Burgholte und Hans-Joachim Uhlendorf (Vizepräsident, WHV e.V.)

Der einzige deutsche Tiefwasserhafen Wilhelmshaven ist aufgrund seines Massengutumschlags drittgrößter Seeumschlagshafen der Bundesrepublik. Im Jahr werden ca.4 Millionen Tonnen Kohle über die Niedersachsenbrücke und ca. 20 Millionen Tonnen Mineralöl an den Hafenanlagen der Nord-West-Oelleitung GmbH (NWO) und der Wilhelmshavener Raffineriegesellschaft mbH /HES umgeschlagen. Die Kohle wird in zwei großen Kraftwerken vor Ort verarbeitet und eine große Menge wird per Zug an Kraftwerke im Inland geliefert. Das an den Brücken der NWO und HES/WRG umgeschlagene Öl bzw. die Ölprodukte werden zwischengelagert und via Pipeline, Straße, Schiene und (See-) Wasserstraße zu den Abnehmern transportiert. Damit findet in hohem Maße Wertschöpfung in der Region Wilhelmshaven statt. Im Bereich der Seehafenwirtschaft sind ca. 3800 hafenabhängig Beschäftigte in Lohn und Brot. Indirekt werden weitere 1-2 Arbeitsplätze pro hafenabhängig Beschäftigte generiert.

Soweit die Realität in der Küstenregion um Wilhelmshaven.

„Die Berichterstattung über die 23. Klimakonferenz in Bonn, die Gespräche im Zusammenhang mit einer Regierungsbildung in Berlin und die vielen Kommentare der sogenannten Experten vermitteln den Eindruck, dass ein Kohleausstieg ohne Probleme realisierbar sei und nur von der Kohlelobby verhindert werde“ so Heiner Holzhausen, WHV e.V. Vorstand. „Aber der Umstieg zu umweltfreundlicheren Technologien sowohl in der Stromerzeugung, als auch in der Elektromobilität kann nur mit der Wirtschaft gemeinsam erfolgen und zwar mit gezielten, wohl abgewogenen Maßnahmen hin zu einer weniger klimabelastenden Energieproduktion; dabei sind unbedingt die internationalen Wettbewerbsbedingungen zu beachten, die sich der Wirtschaft stellen“, sagt Hans-Joachim Uhlendorf, Vizepräsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V. (WHV e.V.)

Hier einige Fakten, die in verlässlichen Quellen für jeden nachlesbar sind, und deutlich machen, welch Probleme bei der regenerativen Stromerzeugung nach wie vor bestehen.

Die Angabe eines 30%igen Anteils der regenerativen Energiequellen an der elektrischen Stromversorgung bedeutet leider nicht, dass 30% des Stroms jederzeit regenerativ erzeugt werden. Auch wenn wenig oder kein Wind weht und die Sonne nicht scheint, muss die benötigte elektrische Leistung zur Verfügung gestellt werden. Im Dezember 2016 gab es 13 Tage und 17 Tage im Januar 2017, an denen die Wind- und Solaranlagen weniger als 5% der benötigten Leistung von insgesamt über 80 Gigawatt lieferten. Die restliche erforderliche Leistung wurde aus konventionellen Kraftwerken bereitgestellt, überwiegend aus Kohlekraftwerken.

Der Geschäftsführer des Energieversorgers AMPRION sprach im Januar auch von einer „Dunkelflaute“. Sein Kommentar: „Deutschland ist geradeso an einem großflächigen Blackout vorbeigekommen, es haben nur noch wenige Tropfen gefehlt, obwohl alle verfügbaren Kraftwerke am Netz waren!

“Wir fordern deshalb eine planvolle und realistische Umstellung der Energieversorgung, die sowohl sicher als auch preisgünstig ist. Solange keine Langzeitspeicher verfügbar sind oder die Technik, aus Windstrom Erdgas zu machen, realisiert werden kann, sind Kohlekraftwerke für eine gesicherte Stromversorgung unverzichtbar“, so Prof. Alwin Burgholte.

„Erschwerend kommt hinzu, dass durch das geplante Abschalten der letzten Kernkraftwerke ab 2022 ein Energieanteil von derzeit 13% fehlt, der nicht durch regenerative Anlagen ersetzt werden kann.

Verantwortlich für eine gesicherte Stromversorgung ist die Bundesnetz Agentur (BNetzA). Diese stuft den Beitrag zu einer gesicherten Stromversorgung durch Windenergieanlagen derzeit mit 1% und den durch Solaranlagen mit 0% ein.

Um die stark fluktuierende Leistungseinspeisung der Wind- und Solaranlagen ausgleichen zu können, sind Stromspeicher erforderlich. Batterien können zur Zeit leider nur für Sekunden oder Minuten einen Ausgleich liefern. Die erforderlichen Großspeicher sind aber weder technisch absehbar, noch können sie kurzfristig realisiert werden.“, Prof. Burgholte weiter.

„Die Forderung nach einem Ausstieg aus der Kohle für die Stromversorgung ist somit noch nicht zu verantworten. Der Import von Steinkohle über die Niedersachsenbrücke in Wilhelmshaven

wird auch noch über viele Jahre erforderlich bleiben. Ebenfalls werden wir auf fossile Treibstoffe  aus Öl und Gas noch nicht verzichten können. Der Einstieg zum Ausstieg darf nicht mit idealisierten Zielvorstellungen für die nächsten 20 Jahre vorgegeben werden, sondern mit verlässlichen Rahmenbedingungen. Die in den Medien und politischen Diskussionen vorgetragenen Argumente sind oft nur ideologisch und nicht technisch begründet.

Gestützt wird das mit wissenschaftlicher Begründung, die aber nur von einseitig ausgerichteten Instituten mit entsprechender Förderung aus dem Bundesumweltministerium stammen.“, so die Herren Burgholte, Uhlendorf und Holzhausen abschließend!

       

 

 


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