10.12.2020

Wilhelmshaven weiterhin ohne Einschränkung Tiefwasserhafen mit 18 m Fahrwassertiefe


„Die hektischen Berichte in den Medien, als Folge der Pressemitteilung der  Bremische Hafen - und Logistikvertretung (BHV), die Beteiligung des Landes Bremen am JadeWeserPort primär wegen steigender Baggerkosten prüfen zu wollen, haben den Eindruck entstehen lassen, dass der Wilhelmshavener Hafen sein Alleinstellungsmerkmal Deutscher Tiefwasserhafen verliert“, erklärt die Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V. (WHV e.V.). „denn die Baggerkosten, um die es hier geht, entstehen nicht in der Bundeswasserstraße Jade, sondern bei der Unterhaltung des Zufahrts-und Liegebereiches zum JadeWeserPort (JWP)/Container Terminal Wilhelmshaven (CTW). Die Bundeswasserstraße Jade hat weiterhin ohne Einschränkung eine Fahrwassertiefe von 18 m unter SKN (Seekartennull), für deren Erhaltung die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sorgt, wie bei allen Bundeswasserstraßen, also auch in Bremen.“
Wenn die Bremische Hafen - und Logistikvertretung befürchtet, dass die Beteiligung des Landes Bremen am CTW ein Millionengrab sei, so liegt das nicht an den Baggerkosten, sondern eher an der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung des Hafens, die in der Zuständigkeit des Terminalbetreibers Eurogate liegt. Wenn es weiter heißt, dass das Land Bremen annimmt, die Defizite der nächsten Jahre in Höhe von 22 Mio. € anteilig übernehmen zu sollen, so handelt es sich dabei um die Hälfte der Erhaltungskosten der Infrastruktur, nämlich rd. 11 Mio. €. Denn das Land Bremen ist mit rd. 49% und das Land Niedersachsen mit rd. 51% am CTW beteiligt.
Die Halbierung gilt auch für den Teil der Erhaltungskosten, die durch die  dauerhaft erforderlichen Baggerungen für den Zufahrts-und Liegebereich des JWP/CTW für eine verabredete Tiefe zwischen -16,50 m bis -17,50 m SKN (Stand 3/2019) entstehen.
Wie bei allen anderen Umschlagsunternehmen am tiefen Fahrwasser ist auch hier der jeweilige Betreiber der Infrastruktur zuständig.
Unterhaltungsbaggerei ist in allen Häfen der Welt zu leisten. Dementsprechend wäre es angeraten gewesen, wenn ein Vergleich der Aufwendungen für Unterhaltungsbaggerei aller deutschen Containerhäfen stattgefunden hätte, denn nur so kann sich der geneigte Leser eine neutrale Meinung bilden. Dies ist jedoch leider nicht geschehen, wir sind aber sehr sicher, dass der JadeWeserPort in diesem Vergleich als Klassenbester abschließen dürfte.
Zur Erinnerung: Der JadeWeserPort ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Niedersachsen und Bremen. Hamburg hat sich nach kurzem Interesse leider bereits 2002 aus der damaligen Planung zurückgezogen.
Das Engagement Bremens nun als „Millionengrab“ zu bezeichnen, ist total verfehlt und trifft nicht den Sinn der Gründung des Containerterminals im einzigen deutschen Tiefwasserhafen, der  im Wettbewerb zu den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen vergleichbar günstige Voraussetzungen für die ultragroßen Containerriesen bieten kann. Da muss der Schwerpunkt der Zusammenarbeit der Häfen Bremen/Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven liegen!
Der JadeWeserPort (JWP) ist im Tiefwasserhafen Wilhelmshaven auf Wunsch und mit Unterstützung Bremens als Ergänzung zu den Hafenanlagen der Eurogate in Bremerhaven und Hamburg gebaut worden. Damit sollte er die begrenzten Bedingungen für die Abfertigung größter Containerschiffe, die zu der Zeit an den Anlagen der Eurogate in Bremerhaven und Hamburg fehlten, ergänzen. In den ersten Planungen der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V. wurden alle Anforderungen der erwarteten zukünftigen Schiffsgrößen berücksichtigt.
Weder in Hamburg, noch in Bremerhaven können die heutigen Containerschiffe mit über 20.000 TEU vollbeladen abgefertigt werden. Nur in Wilhelmshaven werden solche Schiffe jederzeit, auch bei Niedrigwasser, be- und entladen. Damit ist ein wesentlicher Grund für den Bau des Hafens erfüllt.
Eurogate reagiert auf die sich abzeichnenden wirtschaftlichen Probleme basierend auf den Veränderungen des globalen Wirtschaftsgeschehens und Einflüssen der Pandemie mit Rationalisierungsmaßnahmen. Deshalb ist wenig nachvollziehbar, dass die BHV befürchtet, der JWP sei ein bedrohlicher Konkurrent der Bremerhavener Containerhäfen und würde auch noch durch Bremen finanziert. Eurogate als auch in Bremen und Hamburg ansässiger Gesellschafter des Container Terminals Wilhelmshaven ist Mitunternehmer und keinesfalls Konkurrent und hat für 40 Jahre  die Betriebsrechte und Betriebspflichten übernommen.
„Wir fordern dringend mehr Gelassenheit bei dem Umgang und der Bewältigung der Herausforderungen um den JWP/CTW, denn Deutschland braucht einen Container Tiefwasserhafen, der sich in Wilhelmshaven als sehr leistungsfähiger und produktiver Hafen einen guten Namen gemacht hat.
Unter den Containerschiff-Kapitänen gibt es ein Kompliment für den Hafen Wilhelmshaven mit seiner Revierfahrt. Sie schwärmen von „Captain’s Paradise“. Wir arbeiten daran, dass immer mehr Kapitäne sich dieses Kompliment zu eigen machen können“, so John H. Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V..
„Auch müssen die Gespräche, die zu einer Zusammenarbeit der Containerhäfen in den Standorten Bremen, Hamburg und Wilhelmshaven führen sollen, auf Augenhöhe geführt werden!“


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