23.05.2019

Biosphärenreservat-Entwicklungszone wird die wirtschaftliche Entwicklung Wilhelmshavens hemmen


Wilhelmshaven soll die erste Stadt in Deutschland werden, in der eine Biosphärenreservats-Entwicklungszone im Stadtgebiet realisiert wird. Im Dezember 2018 wurden die Weichen dazu im Rat der Stadt gestellt. Nationalpark, Weltnaturerbe und Biosphärenreservat (Kern- und Pflegezone) im Wattenmeer werden von den Bürgern und der in der Region handelnden Wirtschaft voll akzeptiert. Ein hohes Maß an Irritation, insbesondere in der maritimen Wirtschaft, hat der Beschluss des Rates ausgelöst, als er sich für Kooperationsgespräche zur Aufnahme des Stadtgebietes Wilhelmshaven in das Biosphärenreservat aufzunehmen ausgesprochen hat.
„Der Hafen ist die Zukunft dieser Stadt! Die maritime Wirtschaft ist der Job-Motor der Region. Das zeigt die derzeitige positive Entwicklung in allen Facetten des inneren und insbesondere des äußeren Hafens. Dort findet die dringend in dieser Region erforderliche Wertschöpfung statt und dort werden lohnintensive Arbeitsplätze geschaffen; zur Zeit allein weitere rund 1000 neue Arbeitsplätze im Containerterminal Wilhelmshaven (CTW) und dem Güterverkehrszentrum (GVZ). Diese überaus hoffnungsvolle Entwicklung darf nicht unterbrochen sondern muss weiterentwickelt werden. „Wir sind da mit vielen Akteuren auf gutem Weg“, betont John Niemann von der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung. „Potenzielle Investoren werden sich jedoch schnell verabschieden, wenn sie das Wort Biosphärenreservat Wilhelmshaven hören“, darin sind  sich der geschäftsführende Vorstand der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung e.V. (WHV e.V.) neben dem Präsidenten John Niemann auch Vizepräsident Hans-Joachim Uhlendorf und Vorstand Heiner Holzhausen einig. Sie zweifeln weiter, dass auch bei Einhaltung der kommunalen Hoheit der Stadt, ein abgeschlossener Vertrag mit der Nationalparkverwaltung bzw. dem Land eine dauerhafte Sonderstellung ohne Unterschutzstellung nach Naturschutzrecht hält. Denn, wer wird bei den politisch unzuverlässigen Verhältnissen garantieren, dass nicht neue gesetzliche Regelungen, z.B. der EU, die zu schließenden Vereinbarungen aushebeln, weil z.B. faktisch schon ein Naturreservat besteht. Bis heute gibt es schon einige Negativ-Beispiele für ähnliche Entscheidungen, die höheren Orts getroffen wurden. Bei der sich in der Vergangenheit dargestellten Entwicklung ist die Sorge nicht unbegründet, dass aus der Entwicklungszone des Biosphärenreservats ein höherrangiges Schutzgebiet entsteht. Diese begründeten Bedenken müssen bei den kommenden Kooperationsgesprächen einen hohen Stellenwert haben, damit die Wirtschaft sich zum Wohle der Region entwickeln kann. Hier wie auch im Waddensea Forum der Trilateralen Wattenmeerkonferenz ist es wichtig, dass auch in der Schutzgebietsregion Bevölkerung leben und arbeiten kann und zwar nachhaltig!
Als maritimer Wirtschaftsförderer der Region ist die Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung e.V. satzungsgemäß seinen Mitgliedern schuldig, Stellung zu beziehen. Gemeinsam mit dem AWV und weiteren betroffenen Kreisen werden wir eine analytische juristische Expertise dazu einholen.


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