18.06.2020

Im Tiefwasserhafen Wilhelmshaven ist das auch möglich!


Autor: WHV e. V. Foto: Björn Lübbe - ULCS Matz Maersk am CTW

Im Tiefwasserhafen Wilhelmshaven ist das auch möglich!

Für Rotterdam war es eine Schlagzeile wert, als die „Marseille Maersk“ den Maashafen mit 17,30 m Tiefgang verlassen hat. Das ist insofern bemerkenswert als bis dahin die Tiefgänge/Konstruktionstiefgänge der Ultragroße-Containerschiffe (ULCS) maximal um die 16,5 m waren. Durch die höhere Auslastung der Schiffe und größere Containergewichte können solche ULCS aber auch mehr Tiefgang erreichen. Das ist insbesondere interessant, wenn weitere Häfen auf der Route diese Tiefgänge auch zulassen und insbesondere wenn der Transport über lange Strecken geht, z.B. von Europa nach Fernost. Die Botschaft könnte auch sein, dass ein größerer Tiefgang die Dimension ist, die zu mehr Tragfähigkeit führt und nicht mehr nur die Breite.
Das hätte zur Folge, dass für solche Schiffe nicht immer größere Umschlaggeräte mit größerer Ausladung und höherer Kaimauerbelastung beschafft und installiert werden müssten und damit die jeweiligen Hieve immer länger werden. Für den Hafenbetrieb  hätten solche Schiffe mit größerem Tiefgang möglicherweise Vorteile. Für die Erhaltung der Wassertiefen würde das in den meisten Häfen wohl Mehraufwand durch tieferes Baggern bedeuten.
Diese Entwicklung kommt dem Tiefwasserhafen Wilhelmshaven entgegen, denn hier ist die zulässige, planfestgestellte  Wassertiefe am Containerhafen -17,5 m LAT. Das heißt, mit dieser Wassertiefe können die Kapitäne der Schiffe auch bei niedrigstem astronomischem Niedrigwasser rechnen.  Je nach Schiffstyp, Route des Schiffes und Risikobewertung werden die zuständigen Stellen die „Under Keel Clearance“ festlegen und so  optimal den Hafen Wilhelmshaven anfahren können.
In dieser Hinsicht ist interessant, dass die Schiffsgrößenentwicklung offenbar weiter geht. „Die Welt“ schreibt am 8.6.20 das Anlaufen des zur Zeit weltgrößten Containerfrachters „HMM Algeciras“ in Hamburg; nachdem er „in Rotterdam ein Gutteil der Ladung gelöscht“ hatte, „denn sonst wäre der Tiefgang für die Elbe zu groß gewesen“, so Die Welt. Und die „Algeciras“ ist erst das erste von 12 Schwesterschiffen dieser Größenordnung, die fast 24.000 TEU laden können.
Vielleicht gibt diese Entwicklung den Anstoß, zu mehr Kooperationsbereitschaft im Containergeschäft in der Deutschen Bucht.


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