29.11.2019

Kohleausstieg in Wilhelmshaven gefährdet bis zu 600 Arbeitsplätze

Die WHV e.V. begrüßt das Engagement des Landes und der Stadt, Ersatzarbeitsplätze schaffen zu wollen


Foto von links: Niedersachsenbrücke mit Umschlagsanlage Rhenus Midgard, ENGIE Kraftwerk mit Kohlelager sowie UNIPER Kraftwerk

Bis 2038 will die Bundesrepublik aus der Kohleverstromung aussteigen. In Wilhelmshaven sind nicht nur die beiden Kohlekraftwerke ENGIE und UNIPER von dieser Entscheidung betroffen, sondern auch in erheblichem Maße Rhenus Midgard mit ihrer Umschlagsanlage am Rüstersieler Groden mit bis zu 8 Mio. t Jahreskapazität Steinkohle über die Niedersachsenbrücke. Mit direkten und indirekten Arbeitsplätzen sind damit mindestens 600 hochqualifizierte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gefährdet.

Die Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V. (WHV e.V.) fordert deshalb, negative Auswirkungen im hiesigen Bulkterminal Wilhelmshaven (BTW) sowohl nach dem Strukturstärkungsgesetz als auch nach dem Kohleausstiegsgesetz entgegenzuwirken. Auch für diesen Logistikbereich müssen Fördermöglichkeiten geschaffen werden!

„Das ist nach unserer Kenntnis zur Zeit aus den vorliegenden Gesetzesvorlagen nicht erkennbar“, so Heiner Holzhausen, WHV e.V.-Vorstand und Matthias Schrell, Geschäftsführer Rhenus-Midgard Wilhelmshaven. „Die im Wirtschaftsministerium in Hannover stattgefundene konstituierende Sitzung der TaskForce „Wilhelmshaven“ macht Hoffnung, dass mit vereinten Kräften wertschöpfende Konversionsprojekte, die umsetzbar und förderungswürdig sind, entwickelt werden. In einem Meeting mit Oberbürgermeister Carsten Feist waren erste Ansätze erkennbar. Die Hafenwirtschaft und die Energiedrehscheibe Wilhelmshaven haben Potenzial für eine positive Entwicklung in der Zukunft.

Wenn es letztlich gelingt, den LNG-Terminal in Wilhelmshaven zu errichten, würden sich nicht nur direkt damit verbundene Arbeitsplätze ergeben, sondern auch indirekte entlang der Wertschöpfungskette in einer potenziellen Kälteindustrie. So könnte Kälterückgewinnung aus LNG für einen umweltfreundlichen Kälteeinsatz (Strom/Wärme/Kälte) in Gewerbegebieten, Kühlmittel für Kühlhäuser und Kühl-Transporte, CO2-Vereisung, Trockeneiseinsatz z.B. als Strahlmittel in Werften, Meerwasseraufbereitung etc. entwickelt werden.

Die Region Wilhelmshaven hat mit dem einzigen deutschen Tiefwasserhafen sowohl im Inneren Hafen, als auch im Außenhafen und mit seinen Lagermöglichkeiten in den Kavernen große Chancen, die Energiewende mit innovativen Ideen voranzutreiben. Die Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz und dem Kohleausstiegsgesetz bieten dafür finanzielle Ansätze.

Ein Regionalmanagement unter der Leitung der Wirtschaftsförderung Wilhelmshaven, mit Oberbürgermeister Carsten Feist an der Spitze ist, zusammen mit hiesigem Fachwissen aus den beiden Wirtschaftsverbänden AWV und WHV e.V. sowie den Kraftwerken und dem Logistikunternehmen Rhenus Midgard in der Lage innovative Konversionsprojekte zu entwickeln. Dafür bedarf es einer schlanken Wirtschaftsförderung, die in der Lage ist, mit möglichen Investoren vertrauensvoll und verlässlich umzugehen, denn schon derzeit gibt es Unternehmen, die in der Region Wilhelmshaven investieren wollen.

Von Seiten der WHV e.V. bieten wir unsere volle Unterstützung in Zusammenarbeit mit der Stadt Wilhelmshaven, um gleichwertige Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung zu erreichen. Unser Bestreben ist, die Wirtschaftsstruktur in der Region zu verbessern und damit die Auswirkungen der wegfallenden Arbeitsplätze zu kompensieren.


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