03.06.2019

Kraftwerkarbeitsplätze nicht eins zu eins ersetzbar Energiewende: Whv e.V. bezweifelt Kraftwerkabschaltung


Im Vordergrund das Engie Kraftwerk und im Hintergrund das Uniper Kraftwerk Foto von Klaus Schreiber

„Jede Menge Kohle für Wilhelmshaven“, so der Artikel in der Wilhelmshavener Zeitung am 31.05.2019.
Dieser Artikel macht deutlich, wie dicht wir an dem erklärten Willen der Politik sind, die Energiewende ohne Kohlkraftwerke hinbekommen zu wollen.
Das Wirtschaftsministerium in Hannover plant 150.000.000 € ein, um nach dem Auslaufen der Steinkohle den Wegfall einiger hundert gut dotierter sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze in den beiden Steinkohlekraftwerken in Wilhelmshaven kompensieren zu können.
Es seien zügig, noch in diesem Jahr, mit Wilhelmshaven innovative Projektvorschläge auf den Weg zu bringen, heißt es seitens des Ministeriums in dem Artikel weiter.
Die Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V.(WHV e.V.) ist dabei, wenn es um Vorschläge für innovative Projekte geht.
Seit Jahren fordert die WHV e.V. eine stärkere Einbindung insbesondere des inneren Hafens in die Entwicklung der Offshore-Windenergie. Jetzt schon partizipieren Unternehmen hinter der großen Seeschleuse von Aufträgen den vielen Offshore-Unternehmen,die mit ihren Spezialoffshore-Schiffen unseren Hafen anlaufen.
„Da ist aber noch erheblich Luft nach oben“, so John H. Niemann, Präsident der der WHV e.V.“ auch stehen erschlossene Geländeflächen für die Produktion von Offshoreanlagen zur Verfügung“
Des Weiteren hat Wilhelmshaven mit der Nähe zu den Kavernen ein unschätzbares Alleinstellungsmerkmal für innovative Entwicklungen. Hier zählen die Stichworte: “Power to Gas“; „Wasserstoff“ und Speicherkapazitäten etc. etc.
Auch wird ein von der WHV e.V. gefordertes LNG-Terminal dazu beitragen, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden und durch die Nutzung von vorhandener LNG-Kälte neue innovative Beschäftigungen generiert werden könnten.
FAKT ist jedoch, dass die erneuerbaren Energien noch lange nicht ausreichen, um kontinuierlich Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Darüber hinaus spielt die Qualität des Stromes eine bedeutende Rolle. Bei einer immer stärker gewünschten Digitalisierung in der Wirtschaft und in den Haushalten führt nicht nur jeder Stromausfall zu unüberwindbaren Problemen, sondern auch zu Strom- und Frequenzschwankungen. Deshalb sind sechsmal so viel regenerative Leistungen in Wind- und Sonnenkollektoren zu installieren als bei der herkömmlichen Stromproduktion. Denn die mittlere Jahresleistung, also der Wirkungsgrad von Wind und Sonne, kann nur ein sechstel an verfügbarer Leistung gegenüber herkömmlicher Produktion liefern. Des Weiteren müssen noch herkömmliche Kraftwerke dazu geschaltet werden, da die gewohnte Versorgungssicherheit durch Wind und Sonne nicht geleistet werden kann.
Außerdem werden die herkömmlichen Kraftwerke auch weiterhin gebraucht, um die Stromspitzen am Morgen und am Abend beim Anfahren von Geräten und Maschinen abdecken zu können, denn die hohen Entnahmen führen zum Abfall der Stromfrequenz. Diese Netzstabilisierung kann nur mit herkömmlichen Kraftwerken geleistet werden.
Immer mehr E-Autos sollen in den Markt kommen und kein Verbraucher wird seine Verbrauchsgewohnheiten ändern, so dass davon auszugehen ist, dass noch über Jahrzehnte herkömmliche Kraftwerke benötigt werden. Denn ÖKO-Strom ist nicht planbar!
Bezahlen werden das die privaten Haushalte, denn die Wirtschaft wird zu einem erheblichen Teil wegen der Wettbewerbssituation entlastet.
Fazit: Die herkömmlichen Kraftwerke und somit auch die beiden Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven, werden zwangsläufig noch über Jahrzehnte benötigt.


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